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Neues Seminar: DIN EN 1090 „Ausführung von Stahltragwerken“

Verwaltungstechnische und bautechnische Relevanz:

Im Vorwort des Beuth-Kommentars „Ausführung von Stahlbauten – Kommentare zu DIN EN 1090-1 und DIN EN 1090-2“ (im Juni 2012 bei Beuth und Ernst & Sohn erschienen) steht dazu Folgendes:

Der Ersatz der deutschen Stahlbau-Ausführungsnorm DIN 18800-7 durch das Normenpaar DIN EN 1090-1 und DIN EN 1090-2 bedeutet einen weit größeren Einschnitt für das deutsche Stahlbaugeschehen als beispielsweise der Ersatz der Bemessungsnormenreihe DIN 18800 durch die verschiedenen Teile der DIN EN 1993 (Eurocode 3). Während die Ausführung von Stahlbauten in DIN 18800-7 gemäß der deutschen Tradition als ganzheitlicher Vorgang behandelt wurde, wird sie nun quasi künstlich in zweierlei Hinsicht aufgespalten:

  • Zum einen wird – grob vereinfacht formuliert – die Ausführung von Stahlbauten in rechtlich-verwaltungstechnisches Handeln (Konformitätsnachweisverfahren nach Teil 1) und bautechnisches Handeln (technische Regeln nach Teil 2) zerlegt.
  • Zum anderen wird – wieder grob vereinfacht formuliert – die Ausführung von Stahlbauten in das Herstellen von vorgefertigten Bauteilen (Konformitätsnachweis der Herstellung nach Teil 1, Herstelltechnik jedoch nach Teil 2) und das Zusammenfügen der vorgefertigten Bauteile (Montieren) zum fertigen Tragwerk (ausschließlich nach Teil 2) zerlegt.“

DIN EN 1090-2 entspricht mit seinen technischen Regeln zwar unmittelbar den Kapiteln 1 bis 12 der DIN 18800-7 (ist allerdings fast viermal so umfangreich), sagt aber nichts mehr zur Herstellerqualifikation im Sinne von Kapitel 13. Statt des traditionellen Eignungsnachweises zum Schweißen von Stahlbauten müssen fertigende Stahlbaubetriebe nun nach DIN EN 1090-1 ihre Werkseigene Produktionskontrolle (WPK) von einer „notifizierten“ Stelle zertifizieren lassen. Danach müssen sie eine „Konformitätserklärung“ erstellen und alle Bauteile und Montageeinheiten, die ihr Werk verlassen, mit einer CE-Kennzeichnung versehen. Der Hintergrund für dieses Procedere ist, dass – europarechtlich gesehen – vorgefertigte Stahlbauteile nunmehr „Bauprodukte“ sind (ähnlich einem Stück Walzprofil oder einer Schraube), für die gemäß EU-Bauproduktenrichtlinie ein europäischer Binnenmarkt mit freiem Handel geschaffen werden soll.

Seminarinhalte:

Im Seminar wird zunächst ein Überblick über den gesamten Konformitätsnachweisprozess nach DIN EN 1090-1 gegeben:

  • Einrichtung und Aufgaben der WPK, Erstprüfung und Erstinspektion, Schweißzertifikat und WPK-Zertifikat, Leistungserklärung, Fremdüberwachung. Ferner werden die bei der CE-Kennzeichnung zu deklarierenden „Leistungsmerkmale“ der vorgefertigten Bauteile erläutert.

Sodann werden die wichtigsten technischen Ausführungsregeln in DIN EN 1090-2 behandelt:

  • Ausführungsklassen, Ausführungsunterlagen; Qualitätsdokumentation, Konstruktionsmaterialien; Werkstoffe; Fertigung; Rückverfolgbarkeit; Schneider; Lochen.
  • Schweißen einschließlich Kontrolle und Prüfung; geometrische Toleranzen (grundlegende und ergänzende).
  • Schraubengarnituren; vorgespannte und nicht vorgespannte Schraubenverbindungen einschließlich Kontrolle und Prüfung; Montage (-konzept, -verfahren, -anweisung).

DIN EN 1090-2 wird Anfang 2018 in überarbeiteter Form neu erscheinen, die wichtigsten Änderungen werden im Seminar bereits berücksichtigt!

Zielgruppen:

Das Seminar richtet sich an alle Fachleute, die sich planend, konstruierend, fertigend, montierend, prüfend oder überwachend mit der Ausführung von Stahlbauten in Deutschland oder im europäischen Ausland befassen (Ingenieure, Techniker, Meister usw.)

 

Prof. Dr.-Ing. H. Schmidt

 

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